Weihnachten unter Palmen: Kanarische Traditionen in der Weihnachtszeit.

veröffenlicht am 16.12.2020

Es ist Weihnachten und in Deutschland kommt der Weihnachtsmann dick eingepackt mit seinem Schlitten, in Australien mit kurzer Hose auf dem Surfbrett und auf den Kanarischen Inseln kommt er gar nicht. Denn auf unseren Lieblingsinseln, so wie in ganz Spanien, bringen die Heiligen Drei Könige die Geschenke - und zwar am 6. Januar. In diesem Blogartikel stellen wir euch modernen Weihnachtsbräuche und -traditionen auf dem kanarischen Archipel vor. Ho Ho Ho und viel Spass beim Lesen!

Teil 1 : Bräuche in der Vorweihnachtszeit: 

In Deutschland beginnt die Weihnachtszeit mit dem ersten Advent Ende November. In Spanien gibt es diese Tradition nicht. Wann beginnt also die Weihnachtszeit? Sobald die Lichter erleuchten? Mit der Einweihung der Weihnachtskrippe? Oder der Ziehung der großen staatlichen Weihnachtslotterie? Die Antwort ist, dass es keine wirkliche Antwort gibt. Nichtsdestotrotz sind die gerade erwähnten Veranstaltungen wichtige Meilensteine bis zum Weihnachtsfest am 24. Dezember. Auf den Kanaren wird es im Winter zwar verhältnismäßig kühler, aber im Vergleich zu anderen Gegenden Spaniens  bleibt es warm. Deswegen hängt die Weihnachtsstimmung von vielen anderen Faktoren ab.

 

Die Weihnachtsbeleuchtung

Jede Gemeinde, so klein wie sie auch sein mag, hat ihre eigene Weihnachtsbeleuchtung. Diese wird spätestens am ersten Dezember eingeschaltet und für viele Kanarios ist es ein Muss in der Weihnachtszeit einen Spaziergang zu machen und sich die Beleuchtung anzusehen. Auf Teneriffa ist San Cristobal de La Laguna mit seiner wunderschönen Altstadt ein beliebtes Ziel. 

 

Die Weihnachtskrippen

Neben der Beleuchtung, ist das Aufstellen des Beléns (spanisch: Weihnachtskrippe) ein wichtiger Bestandteil der kanarischen Vorweihnachtszeit. Eine ganz besondere Weihnachtskrippe aus Sand befindet sich in der Hauptstadt Gran Canarias. Der Stadtstrand Las Canteras verwandelt sich dann in ein großes Kunstwerk und ist einen Besuch wert. 

 

Die staatliche Weihnachtslotterie

Die letzte Tradition vor Weihnachten, die jeder SpanierIn kennt ist die Weihnachtslotterie. Am 22. Dezember 1812 wurde diese das erste Mal durchgeführt. Das Los ist so groß wie ein DIN A4 Blatt und kostet ca. 200 €.  Ein Hauptteil der SpanierInnen kaufen sich die vorgefertigten Zehntel Anteile im Wert von 20 € und reißen diese ab. Der Hauptgewinn (spanisch: El Gordo) liegt bei 4 Mio.€ und ist ganze 177 Mal im Jackpot. Die Chance diese Lotterie zu gewinnen ist also wahrscheinlicher als bei der deutschen Lotterie 6 aus 49 und erfreut sich deswegen einer großen Beliebtheit in Spanien und mit inzwischen immer mehr SpielerInnen aus der ganzen Welt. 

 

Teil 2: Bräuche und Traditionen an Weihnachten

Die Kanarischen Inseln haben sich auch zu Weihnachten noch einige alte Traditionen bewahrt und unterscheiden sich sogar von Insel zu Insel. Eine der bekanntesten auf Teneriffa ist der Baile del Niño (deutsch: der Tanz des Jesus): ein folklorischer Tanz der in einigen Gemeinden nach der Mitternachtsmesse (spanisch: La misa del gallo) in der Kirche aufgeführt wird. Vor der Messe treffen sich die Kanarios mit der Familie zum Abendessen. Ein typisch kanarisches Weihnachtsmenü beinhaltet Fisch und Fleisch. Und wer Lust auf Süßes hat, kann eine Trucha (deutsch: Forelle) essen. Dabei handelt es sich um eine Teigtasche mit süßer Füllung in Fischform. Nach dem Essen gibt es bei vielen Familien inzwischen auch eine kleine Bescherung von Papa Noel. Am 25. Dezember wird der ganze Spaß wiederholt, aber ohne Geschenke. Übrigens ist der 26. Dezember in Spanien kein Feiertag.  

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