Tapas sind ein leckeres Essen zum Teilen auf Teneriffa

Teneriffa entdecken: Kanarische Gerichte

Sonne, Strand und glückliche Menschen: Es gibt vieles, dass man in Gedanken mit Teneriffa verbindet. Doch das ansehen des Inselparadieses ist eine Sache - Schmecken darf nicht vergessen werden!

Jeder schöne Ort ist gleichzeitig für seine Spezialitäten bekannt - ob Pizza und Pasta in Italien, Gyros in Griechenland, Waffeln in Belgien oder Eisbein in Deutschland.
Doch nicht nur typisch-spanische Paella und Muscheln machen Teneriffa zu einem Ziel für Feinschmecker, denn die Kanaren haben ihre eigenen leckeren Traditionen, was das Essen angeht.
In jedem touristisch geprägten Ort findet man eine große Auswahl an Gerichten aus aller Welt, doch in kleineren Nebenstraßen und idyllisch gelegen in Bergdörfern findet man die richtig traditionellen Speisen. Vorab zwei Begriffe, nach denen man Ausschau halten sollte:

Guachinches

Wer das kanarische Restaurant-Erlebnis im originalen Stil erleben möchte, sucht sich am besten eine „Guachinche“. Abgeleitet von der Bezeichnung für die kanarischen Ureinwohner, den Guanchen, werden in diesen portionierte Leckerbissen angeboten. Traditionell gibt es in Guachinchen nur Wein aus der Region zu trinken, in den meisten findet man inzwischen aber auch allerlei Softdrinks. Das hausgemachte Essen wird nach und nach zubereitet und füllt dann den großen Tisch. Jeder hat seinen eigenen Teller und nimmt sich dann, was ihm gefällt. Wenn der Portions-Teller leer ist, ist wieder Platz für etwas Neues, oder man bestellt sich die Leckerei mit einem Handwinken nach.

Vorsicht: In den meisten Guachinches gibt es keine schriftliche Karte und die Kellner erzählen einem, was man sich bestellen kann - allerdings auf Spanisch. Es lohnt sich also, ein paar Grundlagen oder einen spanischen Freund zu kennen, bevor man sich in die gemütlichen Fincas begiebt.

Tapas

Tapas sind kein spanisches Gericht an sich, sondern ein Überbegriff für viele verschiedene Speiesen, die in kleinen Portionen so serviert werden, dass sich jeder am Tisch etwas davon nehmen kann. Wie in einer Guachinche bestellt man sich so viele wie man möchte,und genießt dann eine große Auswahl an Geschmäckern. Ob Fisch, Fleisch, Gemüse oder Käse - wer gemeinsam mit Freunden die spanische Küche probieren möchte, fährt mit Tapas am besten. Das beste daran: die kanarischen Gerichte, die gleich aufgelistet werden, sind alle Tapas! Das heißt, wenn man sich ein nettes kanarisches Restaurant sucht, kann man theoretisch alle gelisteten Gerichte auf ein Mal probieren. Praktisch gesehen braucht man dazu nur einen großen Magen (oder genug Freunde, die mitessen).

Knurrt schon der Magen? Das sind die Gerichte, die beim nächsten Inselausflug unbedingt probiert werden sollten!

Papas arrugadas

Das Konzept an sich ist einfach: die kleinen Kartoffeln aus der Region werden in stark gesalzenem Wasser lange gekocht und stehen dann noch eine Weile auf der heißen Herdplatte, um ihre charakteristische Salzkruste zu erhalten. Das Ergebnis ist aber so lecker, dass schon einige Besucher begeistert versucht haben, das Rezept zurück in Deutschland nachzukochen.

Ursprünglich entstand das Gericht, da die Kartoffeln mit atlantischem Meerwasser gekocht wurden. Diese Vorgehensweise gibt es teilweise heute noch! Obwohl die Runzelkartoffeln an sich schon gut schmecken, werden sie mit einer weiteren typisch-kanarischen Leckerei serviert: Mojo-Sauce!

Kanarische Mojo

Die grüne oder die rote Mojo? Viele wählen nach dem ersten probieren einen Favoriten. Jedes kanarische Restaurant hat sein eigenes Geheimrezept, um Mojo zu machen. Deshalb schmeckt sie überall ein bisschen anders und hat nicht immer die gleiche Konsistenz - ein guter Grund also, um mehrere Restaurants auszuprobieren! Der Dip wird aus verschiedenen Zutaten hergestellt, überwiegend Paprika, Olivenöl und Kräutern und dient anderen Tapas zum Eintunken, vor allem Papas arrugadas. Die grüne Mojo ist aus grüner Paprika und meist etwas milder als die rote Mojo aus roter Paprika, die je nach Zugabe von Chili auch schärfer ausfallen kann. Beide werden mit den Papas serviert und können auch einzeln bestellt werden, wenn man Fleisch-, Fisch- oder andere Gemüsegerichte verfeinern möchte.

Queso asado con miel de palma y mojo

„Gegrillter Käse mit Palmhonig und Mojo“: Der weiche Käse mit leicht gummiartiger Konsistenz wird übergossen mit Palmsyrup und Mojo serviert (teilweise auch nur mit Mojo). Eine andere leckere Abweichung ist der gegrillte Käse mit einem Beerenmix als Sauce. Die Canarios lieben ihren Käse - auch die großen Käseplatten sind ein probierwürdiges Geschmackserlebnis.

Gofio

Auf Wandertouren findet man manchmal Steinkreise, die damals als Dreschplatz genutzt wurden - und zwar für Gofio! Das geröstete Getreide ist eine uralte Erfindung der Canarios. Das damals eines der wichtigsten Lebensmittel wird heute noch genutzt, um ganze Familien großzuziehen. Die hohen Energiewerte in diesem Mehl dienen zur Anreicherung allerlei Speisen, wie Suppe, Kuchen, Müsli und Süßigkeiten mit Honig und Mandeln. Im Restaurant sollte man „Escaldón de Giofio“ probieren - ein Brei aus Gofio, angereichert mit verschiedenem Gemüse und einer Fleischbrühe, manchmal mit Mojo-Sauce dazu.

Almogrote

Ob als Brotaufstrich, mit Papas arrugadas oder vermischt mit Gofio: Almogrote ist eine leckere Beilage aus Krümelkäse mit intensivem Geschmack, Knoblauch, Tomaten und Öl. Wer Almogrote mit nach Hause nehmen möchte findet den Aufstrich in Gläsern verpackt in fast jedem touristischen Delikatessen-Shop und teilweise auch in Supermärkten.

Garbanzos

Neben den zahlreisen gesundheitlichen Vorteilen von Kichererbsen haben sie noch eine weitere Eigenschaft: Sie sind sehr lecker! Vor allem, wenn sie auf kanarische Art zubereitet werden. Die eingelegten Kichererbsen werden am liebsten im Eintopf genossen. Mit vielen Gewürzen und verschiedenen Arten von Fleisch wird dieser zu einem deftigen Gericht. Fehlen darf dabei nicht die Chorizo, eine spanische Salami, die dem ganzen einen schärferen und salzigeren Geschmack gibt.

Fisch und Meeresfrüchte

Ob Gambas, Paella, Mejillones (Muscheln) oder frisch gegrillter Fisch von der Küste: Ganz Spanien ist ein Paradies für Fischesser und Teneriffa ist davon nicht ausgeschlossen. Überraschend günstig zu ergattern und lecker im Geschmack locken Teneriffa's Fischgerichte viele Besucher in die Restaurants von Küstenstädten wie El Médano und San Miguel de Tajao. Wer selbst gerne kocht, ist mit den gigantischen Fischtheken in fast jedem Supermarkt gut bedient.

Papas Locas

Die „verrückten Pommes“ (Papa ist eine eine Abkürzung von Patata = Kartoffel und wird gleichzeitig zum Bezeichnen von richtigen Katoffeln und auch Pommes benutzt) ist ein Snack zum Teilen bei einer gemütlichen Runde in einem Bistro oder einer Bar. Ein oft sehr großer Teller wird mit Pommes befüllt und mit allerlei Zutaten, die das Herz begeht: Wurst, Käse und Überraschungen aus dem Hause, mariniert mit Ketchup, Mayonaisse und Senf. Das ganze sieht einem Schlachtfeld ziemlich ähnlich, ist aber eine günstige und beliebte Partyspeise.

Kanarische Nachspeisen

Zum Abschluss gibt es natürlich eine Nachtisch-Empfehlung mit drei typischen Leckereien von den Inseln.  

Bienmesabe

„Schmeckt mir gut“: Diese süße Masse wird meist aus Ei, Mandeln, Honig und Zucker hergestellt. Als Mischung aus allem, was gut schmeckt, variieren die Zutaten teilweise. Besonders lecker schmeckt das ganze als Topping auf Vanilleeis.

Quesillo

Als eine Art Fusion aus den Süßspeisen Flan und Crème Caramel vom spanischen Festland machen Eier, Kondensmilch und Karamellzucker dieses Dessert zu einem wackeligen Karamell-Erlebnis.

Turron

Die Weihnachtszeit auf den Kanaren ist jedes Jahr ein groß aufgezogenes Event. Das Lied "Feliz Navidad" bleibt bei keinem Gang in den Supermarkt erspart, die Palmen sind mit bunten Leuchtschlingen geschmückt und es gibt öffentliche Feste für Familien. Zu dieser Zeit werden mehrere Theken im Supermarkt leer geräumt, um Platz für Turron zu machen. Jede Region hat ihre eigene Art, diesen herzustellen, und man hat eine große Auswahl an Geschmacksrichtungen. Ob mit Schokolade und Nüssen, aus Toffee und Karamell oder Nougat mit Mandeln und Honig: jede Naschkatze kann in den süßen und weniger süßen Variationen ihren Favoriten finden.

-Isabelle Wiermann

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