Besondere Früchte auf Teneriffa

Teneriffa entdecken: Die fruchtigen Schätze der Insel

Exotisch-tropische Früchte kommen einem nicht direkt in den Sinn, wenn von Teneriffa die Rede ist. Zumindest auf den ersten Blick sieht die Insel recht trocken und teils sogar karg und wüstenartig aus. Doch das beständig warme Klima und ausgeklügelte Bewässerungssysteme sorgen für viele Oasen - auch im sehr trockenen Süden. Neben den großen Bananenplantagen an der Küste wachsen in den kleinen Gärten entlang der Berghänge ganz besonders fruchtige Schätze. 

Avocados, Ananas, Papayas und Melonen werden am Wochenende auf den heimischen Bauernmärkten angeboten und gehören unter den Früchten - auch in Deutschland - schon zum Mainstream. Doch auf Teneriffa wächst noch viel mehr. Darunter sehr kuriose Früchte wie die Canistel, deren Fruchtfleisch an hartgekochtes Eigelb erinnert. Oder die Cherimoya, die mit ihrem zimtigen Aroma als eine der wohlschmeckendsten Früchte überhaupt gilt.

In kurzen Porträts stellen wir euch die fruchtigen Raritäten vor. Sie alle wachsen auf Teneriffa und sind in den Fruterías, den Obst- und Gemüseläden, und vereinzelt auf den Bauernmärkten zu bekommen.

In leuchtenden Farben geschuppt wie die Haut eines Drachen - nicht von ungefähr wird die Pitaya auch Drachenfrucht genannt. Doch das feurige Äußere trügt. Denn ihr Fruchtfleisch ist das genaue Gegenteil: Es besteht zu 90 Prozent aus Wasser und hat einen mild-süßen Geschmack wie eine Mischung aus Kiwi und Stachelbeere. Der hohe Wasseranteil macht die Frucht zur idealen Abkühlung an heißen Sommertagen. Halbiert kann man das Fruchtfleisch mit den kleinen schwarzen Kernen einfach wie bei einer Kiwi heraus löffeln.

Besonders ist nicht nur das Aussehen der Drachenfrucht, die es in gelb und leuchtend pink gibt. Ihr Anbau ist nicht einfach, da der Baum der Pitaya erst nach 20 Jahren das erste Mal Früchte trägt. Außerdem blüht der Baum in nur einer Nacht und kann nur dann bestäubt werden. Auf Teneriffa ist die Frucht dank des Klimas fast das ganze Jahr über frisch erhältlich.

Die Canistel ist eine eigenartige Frucht. Auf Deutsch wird sie wegen ihrer Konsistenz auch Eifrucht genannt. Das Fruchtfleisch ist trocken und bröselig und erinnert an hartgekochtes Eigelb. Der Geschmack ähnelt dem Aroma von Butterstreuseln. Die Schale der Canistel wird meistens nicht gegessen, da sie gummiartig schmeckt und einen Belag auf den Zähnen hinterlässt. Im Innern befinden sich zwei bis drei glatte kleine Kerne. Die sind auch nicht essbar.

Auf Teneriffa wird sie zwar angebaut, einen festen Platz wie in ihren Heimatländern Mexiko, Brasilien und Thailand hat sie in der heimischen Küche allerdings nicht. Sie kann roh gegessen werden oder zu Shakes und Eiscreme verarbeitet werden. Außerdem schmeckt sie gut als Dip oder Brotaufstrich. Dazu wird das Fruchtfleisch püriert und mit Mayonnaise und Zitronensaft vermischt. In den Fruterías findet man sie unter den Namen Canistel und Zapote.

Die Tamarillo wird wegen ihres Aussehens häufig für eine Tomate gehalten - doch Vorsicht: Die Schale ist nicht essbar! Auch wenn ihr Geschmack nur im entferntesten mit dem einer Tomate vergleichbar ist, gibt es viele Gemeinsamkeiten. Deshalb wird sie auch Baumtomate und auf Spanisch Tomate de Árbol genannt. Gegessen wird sie wie eine Kiwi, wobei die zwei Kammern mit den Kernen am aromatischsten schmecken. Der Geschmack lässt sich mit keiner anderen Frucht vergleichen, sie hat ein süß-saures bis herbes Aroma. 

Die Tamarillo ist in der Küche vielseitig einsetzbar und kann, sowohl als Obst zu Marmeladen und Desserts verarbeitet werden, als auch als Gemüsebeilage zu Fleisch und Fischgerichten dienen. Je dunkler und weicher die Frucht ist, desto reifer und süßer ist sie. 

So wie sie heißt schmeckt sie auch: die Melonenbirne.  Süß und saftig ist sie mit Schale essbar. Über ihren Namen lässt sich allerdings streiten. In Deutschland wird sie auch Birnenmelone genannt und auf Spanisch hat sie die Namen Pepino Dulce, Pepino Melón, Pera Melón, Pepino de Fruta und Melón de Árbol. 

Ursprünglich kommt sie aus den Anden, erfreut sich aber auch in Deutschland wachsender Beliebtheit, da sie leicht in einem Topf auf dem Balkon gezogen werden kann und auch im deutschen Sommer reife Früchte hervorbringt. Auf Teneriffa wächst sie in vielen Gärten und ist im festen Sortiment der meisten Fruterías. Es gibt sie im gelben Grundton mit lilafarbenen Streifen und lilafarben mit gelber Marmorierung. 

Die Cherimoya gilt unter Kennern als eine der wohlschmeckendsten Früchte überhaupt. Ihr zartes Fruchtfleisch hat eine samtig-sahnige Konsistenz, das nach einer Mischung aus Ananas, Banane und Zimt schmeckt.

Die Frucht stammt ursprünglich aus den Anden und wird auf Spanisch Chirimoya genannt. Wenn die grüne, schuppige Schale unter einem leichten Fingerdruck nachgibt, ist sie reif. Die Schale kann mitgegessen werden – die Kerne allerdings nicht. Sie enthalten Alkaloide und wirken abführend.

Am besten schmeckt die Frucht eisgekühlt an einem heißen Tag am Strand. Die Cherimoya passt gut zu Fruchtsalaten, Shakes und Cremes. Sie kann aber auch herzhaft zubereitet werden mit einer Scheibe Räucherschinken und einem Klecks Meerrettich. Mit ihrem hohen Calciumanteil und mit viel Vitamin C ist sie zudem sehr gesund.

Maracuja oder Passionsfrucht? Ist das nicht das Gleiche? Denkste! Sie gehören zwar beide zur Gattung der Passionsblumen, sind aber verschiedene Arten, die sich teils stark voneinander unterscheiden. In Deutschland wird der Unterschied allerdings nicht so genau genommen, weshalb es häufig zu Verwechslungen kommt. Oft ist auf den Tetra-Packs von Fruchtsäften eine lilafarbene Passionsfrucht abgebildet. Doch in Wahrheit ist der Saft von den gelben Maracujas darin. Das ist nur verständlich, macht der Kontrast der dunklen Schale mit dem gelben Fruchtfleisch mehr her. Die gelben Verwandten hingegen wirken blass, sind aber viel ertragreicher und somit besser für die industrielle Produktion geeignet. 

Nicht nur in der Farbe und im Ertrag unterscheiden sich die beiden Arten. Die dunkle Passionsfrucht schmeckt um einiges aromatischer und süßer als die Maracuya. Man kann sie einfach halbieren und das gelbe Fruchtfleisch mit den Kernen heraus löffeln. 

Auf den ersten Blick machen die reifen Früchte einen eher kläglichen Eindruck. Denn ihr volles Aroma entfalten die Früchte erst, wenn die Schale schrumpelig und ausgetrocknet aussieht. Deshalb lässt man sie nach dem Kauf am besten noch zuhause nachreifen. In den spanischen Furterías findet man sie unter verschiedenen Namen. Am geläufigsten sind die Namen Parchita und Granadilla.

Curuba klingt wie ein Cocktail, ist aber der Name einer Frucht. Ihr glibberiges Fruchtfleisch mit vielen Kernen verrät mit welchen Früchten sie verwandt ist: den Passionsblumen bzw. Maracuyas. Und so ähnlich schmeckt sie auch. Allerdings ist ihre Schale im Gegensatz zu der ihrer Verwandten weich und lässt sich wie bei einer Banane abziehen. 

Als Frucht hat sie in Deutschland als Zutat und Namensgeber eines Biermischgetränks Bekanntheit erlangt. Ansonsten steht sie im Schatten der anderen Passionsfrüchte, da sie nicht so aromatisch schmeckt und weniger Fruchtfleisch hat.

Die Guave ist auf Teneriffa als fester Gelee sehr beliebt. Die Paste wird zum Beispiel als Tapas zusammen mit heimischem Ziegenkäse gegessen. Sie schmeckt zudem sehr gut als Saft oder püriert in Smoothies. Pur hat die Frucht einen angenehm süß-sauren Geschmack, der wie eine Mischung aus Erdbeeren und Stachelbeeren schmeckt. Und tatsächlich - die Guave ist eine Beerenfrucht. Ihr Fruchtfleisch ist mit vielen kleinen Kernen versetzt, die man mitessen kann. Auch die Schale ist essbar - kann allerdings manchmal etwas bitter schmecken.

In den heimischen Fruterías wird sie Guayaba genannt, unter deren Namen sämtliche Sorten fallen. An der Farbe kann man die Reife der Frucht nicht erkennen, da es Sorten mit grüner, gelber und roter Schale gibt. Sie ist reif, wenn die Schale bei sanftem Druck nachgibt und intensiv duftet. Die Guave ist reich an Vitamin C, Eisen und Calcium.

-Marleen Heuer

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