Ein Guagua auf Teneriffa - Bild von Aisano

Taxi, Guagua und Bimmelbahn - so bewegt man sich auf Teneriffa

Es muss nicht immer ein Mietwagen sein - hier sind die Grundlagen zum öffentlichen Nahverkehr auf Teneriffa. Wir wünschen ein fröhliches Erkunden!

Bus (Guagua)

Die grünen Busse auf Teneriffa, von den Einheimischen liebevoll 'Guaguas' genannt, gehören zum typischen Anblick auf der Insel. Beim Busfahren kann man die meisten Gebiete der Insel erkunden. Die Linie 111 zum Beispiel fährt fast jede halbe Stunde die ganze Südküste ab und wird nachts zur 711, die zeitlich etwas spärlicher, aber dafür ganze Nacht durchfährt. Die Linie 343 verbindet den südlichen Flughafen und Los Cristianos direkt mit der nördlichen Hauptstadt gegenüber - Puerto de la Cruz.

Der Preis der Fahrt basiert auf der Länge der Strecke - bei Flughäfen als Start- oder Zielpunkt zahlt man eine zusätzliche Pauschale. Die Bezahlung erfolgt in bar beim Busfahrer, welchem man sein Ziel nennt. Dann bekommt man einen Bon und darf einsteigen. Vorsicht: Die meisten Busfahrer können keine großen Geldscheine annehmen, 20-Euro-Scheine sind mit etwas Pech bereits zu groß zum Wechseln. 

Das Gepäck kann selbstständig im Laderaum verstaut werden. Wenn man bereit ist, auszusteigen, drückt man einen der Stop-Knöpfe, damit der Bus nicht am Ziel vorbeifährt. Wer in einen Guagua einsteigen möchte, sollte entweder an der Haltestelle den Stop-Knopf drücken oder, wenn es keinen gibt, dem Busfahrer freundlich zuwinken, damit er weiß, dass jemand einsteigen möchte. Die Haltestellen der 111 liegen direkt an der Autobahn und sind teilweise nur durch eine abenteuerliche Reise über Autobahnbrücken und Verkehrsinseln ohne Zebrastreifen zu erreichen -  Vorsicht ist geboten, denn Blinken ist für viele Autofahrer auf der Insel ein Fremdwort.

Leider sind die Busse der Insel zeitlich nicht sehr zuverlässig und tauchen selten genau dann auf, wie es im Fahrplan vermerkt ist. Größere Haltestellen wie die 'Estacion de Guaguas' in Santa Cruz und Costa Adeje haben glücklicherweise LED-Tafeln mit GPS-Verknüpfung zum Bus, welche anzeigen, mit wie vielen Minuten zu rechnen ist. Wer mobiles Internet hat sollte sich die Titsa-App holen, die ebenfalls live anzeigt, welche Busse als nächstes in die jeweilige Haltestelle einfahren.

Wer vorhat, öfter mit dem Bus zu fahren, sollte sich auf jeden Fall die ten+ Karte holen. Diese wird nach einer Leihgebühr von 2 Euro mit einem Betrag der Wahl (mindestens 5 Euro) aufgeladen. Beim Ein- und Aussteigen wird sie an einen Sensor gehalten und zieht automatisch die Gebühr der Fahrt ab. Das beste dabei: Dadurch gibt es große Rabatte auf jede Fahrt und man bezahlt meist nur die Hälfte. Somit kostet eine Kurzstrecke mindestens 1,15 Euro und der Weg vom Flughafen nach Santa Cruz liegt bei circa 5-6 Euro. Kaufen kann man die ten+ Karte an den Infopunkten der Titsa (das hiesige Busunternehmen) und teilweise am Kiosk an den Haltestellen.

(Das gleiche System hatte auch die ehemalige Bono-Bus-Papierkarte, die man sich am Kiosk und an der Tankstelle für 15 Euro kaufen konnte. Sie wurde allerdings im Sommer 2018 abgeschafft.)

Straßenbahn

In der Gegend von Santa Cruz und La Laguna gibt es die Möglichkeit, sich per Straßenbahn zu bewegen. Die beiden einzigen Linien der Insel decken zwar nur den Transport rund um die Hauptstadt ab, fahren dafür aber sehr regelmäßig und bringen die Passagiere schnell von A nach B. Die Tickets gibt es am Automaten an den Haltestellen. Auch die ten+ Karte kann ohne Probleme mit den Straßenbahnen verwendet werden. 

Taxi

Die schnellste und verlässlichste Möglichkeit, sich abends und in ruhigeren Gebieten zu bewegen, sind die weißen Taxen auf Teneriffa. 

Preislich gesehen ist Taxifahren auf der Insel nicht so dramatisch wie in anderen Urlaubsgebieten. Auf die Grundgebühr von 3,15 Euro kommen pro Kilometer mindestens 55 Cent dazu. Gerade in der Nacht oder wenn Clubs und beliebte Ziele angefahren werden wird allerdings mehr abgerechnet. Bei längeren Strecken empfiehlt es sich, einen Pauschalpreis mit dem Taxifahrer auszuhandeln. Mit einer großen Gruppe bieten sich Großraumtaxen für 6-8 Personen an. Vorbestellen lassen sich Taxen im Normalfall allerdings nicht, es sei denn, das Ziel ist einer der Flughäfen. 

Vorsicht: Nicht jeder Taxifahrer hat ein Kartenlesegerät. Wer kein Bargeld hat, sollte sich vorab beim Fahrer erkundigen, ob auch mit Karte bezahlt werden kann. 

Jede Ortschaft auf Teneriffa wird von einem bestimmten Anbieter abgedeckt. Die Telefonnummern für diese findet man hier.  

Bimmelbahn

In den Touristenzonen wie Playa de las Americas und Puerto de la Cruz sieht man kleine Züge fahren, besetzt mit neugierigen Besuchern, die sich in einem gemütlichen Tempo durch die Stadt fahren lassen. Die Bahn fungiert gleichzeitig als Wegweiser, da sie die wichtigsten Punkte in der Umgebung abfährt, damit sich auch die Neuankömmlinge orientieren können. Besucher des Loroparkes genießen sogar eine kostenlose Fahrt mit der Bimmelbahn vom Stadtzentrum zum Tierpark.

Wer die Umgebung geführt und entspannt erkunden möchte, ist mit den kleinen Bahnen gut aufgehoben, da es die in größeren Städten typischen Sightseeing-Busse mit Audioguide auf Teneriffa nicht gibt.

-Isabelle Wiermann

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