Spanisch lernen auf Teneriffa - Tipps & Tricks mit Sandra

Unsere Spanisch-Lehrerin Sandra hat von Anfang an unseren Work&Study-Teilnehmern Spanisch beigebracht und hat sich inzwischen mit ihrer eigenen Schule selbstständig gemacht. In diesem Interview haben wir sie zu ihrem Job und ihren Tipps zum Spanisch-Lernen befragt.

Wie bist du auf die Idee gekommen, Spanisch-Lehrerin auf Teneriffa zu werden?

Ich hatte in meiner Schulzeit gute und schlechte Lehrer und gemerkt, wie sich das auf mich ausgewirkte. Ich habe mir oft gedacht: Das würde ich auf eine andere Weise machen! Gute Lehrer mit Leidenschaft für das Fach haben mir dafür neue Welten eröffnet.

Mir gefällt es, Leuten etwas beizubringen. Es ist eine Art, zu helfen, eine Art, um jemanden besser und vollständiger zu machen. Mir hat schon immer das Schreiben gefallen, genau wie Kommunikation und Poesie. Deshalb habe ich Literatur studiert.

Ich bin ursprünglich aus Andalusien. Bei einem Urlaub auf Teneriffa hat meine Mutter sich in die Insel verliebt und ist mit mir hergezogen. Eigentlich ist es die Schuld meiner Schwester, da diese zuerst umgezogen ist und meine Mutter sie besucht hat.

Wie ist es, mit Deutschen zu arbeiten?

Meinen ersten 'Arbeitskontakt' mit Deutschen hatte ich in Santa Cruz, da meine Kollegin mit ihnen gearbeitet hat. Es war eine gute Erfahrung, da sie sehr freundlichen waren, trotz unterschiedlichem Alter und Persönlichkeiten. Wenn jemand auf die Insel kommt, hat er diesen Traum von einem glücklicheren Leben mit Licht und Sonne. Die Deutschen sind offener, kommunikativer, vielleicht sogar mehr als sie es in Deutschland wären.

Leider habe ich bisher nur sehr wenig Deutsch gelernt, obwohl ich das Land schon besucht habe. Im Sommer habe ich mir ein Buch über deutsche Grammatik gekauft, denn ich würde gerne mehr über die Sprache lernen. Ich möchte immerhin wissen, wie sich meine deutschen Schüler beim Spanisch lernen fühlen.

Was sind deine liebsten Erinnerungen aus dem Unterricht?

Manchmal sagt jemand etwas Lustiges auf Spanisch und ich kann nicht mehr aufhören zu lachen. Natürlich versteht dann durch die Sprachbarriere niemand, warum ich lache, aber alle machen mit. Es gefällt mir, wenn sich die Schüler bemühen, auch zu Hause weiterzulernen oder beim Kaffeetrinken. Diese Einstellung ist relevant fürs Leben.

Was ist dein Lieblingsort auf den Inseln?

Jeder, so lange es am Meer ist! Wenn ich mich für einen entscheiden müsste, wäre es der Strand La Tejita, beim Chiringuito Pirata. Es ist ein schöner Ort zum Entspannen. Allgemein gefällt mir El Médano mit seinen wundervollen Stränden. Bei meiner Ankunft auf der Insel habe ich mich gleich in der ersten Woche in El Médano verliebt.

Meine Lieblings-Kanareninsel ist Fuerteventura, knapp gefolgt von La Graciosa. Mir gefällt die Endlosigkeit der Insel. Es ist wie ein Paradies mit wenig Leuten, Dünen, Sand und schönem Wasser. Man fühlt sich fast, als wäre man ganz allein dort. Außerdem bin ich an Dünen aufgewachsen. Sie erinnern mich an Zuhause.

Wo liegen die größten Schwierigkeiten beim Spanisch lernen? Was ist dafür einfach?

Womit meine Schüler die größten Probleme haben, ist 'Ser und Estar' zu unterscheiden, sowie die sieben unterschiedlichen Vergangenheitsarten. Das fängt schon beim Pretérito Perfecto und Indefinido an, da sie Schwierigkeiten haben, die Bedeutungen der Zeitformen zu unterscheiden. Am einfachsten ist dafür das Vokabellernen, da sie durch das Leben hier viel mitnehmen. Meine Schüler kommen mit interessanten Vokabeln zum Unterricht, die sie auf der Straße gelernt haben.

Hast du Tipps für Spanisch-Anfänger?

Millionen! Man sollte anfangs in einem gemeinschaftlichen Ambiente lernen. Viele Leute hören nicht auf, über das Lernen an sich nachzudenken. Man sollte man beim Lernen in die Kultur eintauchen: man fängt an, die Texte aus spanischen Liedern zu verstehen, man kann Filme mit Untertiteln gucken. Es ist wichtig, das Gelernte immer zu wiederholen. Man sollte so wenig Zeit wie nötig zum Lernen an sich nehmen, dafür aber das größtmögliche Engagement aufbringen: Alles aufschreiben, jeden Tag Vokabeln lesen, Hörverstehen und Aussprache üben. Außerdem sollte man das Lernen nicht als Muss ansehen. Zwischendurch kann man Karaoke singen oder Tanzen gehen. Es sollte immer ein positives Erlebnis sein!

Eine Sprache zu lernen ist immer eine psychologische Sache. Viele wissen nicht, wo sie anfangen sollen. Egal, was man lernt, ob es Surfen, Fahrradfahren oder Spanisch ist, man wird Fehler machen. Man hat Angst davor und fühlt sich frustriert, besonders, da manche schneller lernen als man selbst. Aber dieses Gefühl muss man konfrontieren. Man sollte seine Frustration nutzen, um ehrgeizig zu sein, und seine Angst, um Fehler zu vermeiden. Man braucht Motivation bis zum Ende.

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