Ganz unterschiedlich feiern wir bei Can Do Weihnachten

So feiern wir Weihnachten!

Weihnachten unter Palmen ist für manche unvorstellbar - andere haben genau davon geträumt. Auch bei unseren Kollegen gehen die Meinungen auseinander. Sie haben uns erzählt, wie sie dieses Jahr Weihnachten feiern.

"Weihnachten fühlt man dort, wo man zuhause ist. Deshalb ist dieses Jahr Weihnachten etwas ganz besonderes für mich. Denn Teneriffa ist der einzige Ort, der sich jemals nach Zuhause angefühlt hat. Ich war mit zehn Jahren auf der Insel und hatte sofort das Gefühl von Heimat. Ich bin in Kuba geboren und in Deutschland aufgewachsen. Aber in Deutschland habe ich mich nicht zuhause gefühlt, weil die Kultur sehr anders ist. Und in Kuba auch nicht, denn dort kann man nicht so frei sein wie in Europa.

Auf Kuba war Religion früher verboten. Weihnachten wurde dort nur im Geheimen gefeiert und es gab meistens ein großes Familienessen mit viel Schweinefleisch. Geschenke gab es nicht, weil die Leute gar nicht die Möglichkeit dazu hatten. Dekoriert wurde mit Weihnachtssternen, denn die Pflanze wächst dort wild. In Deutschland haben meine Eltern deutsche Traditionen übernommen. Das heißt, dass es Geschenke und Wichteln gibt.

Ich bin atheistisch, deshalb hat das Fest für mich keinen kirchlichen Bezug. Weihnachten bedeutet für mich Familie. So wurde es mir beigebracht und wichtig ist nur, dass wir alle zusammen sind. Dieses Jahr feiere ich mit meinem kleinen Sohn, meinem Freund und meinen Eltern. Es kommen auch noch kubanische Freunde aus Deutschland zu Besuch. Wir werden essen, trinken, lachen und uns viel zu erzählen haben. Es gibt auch Geschenke, das muss sein." - Mailenis

 

"Ich bin hier auf der Insel nie in Weihnachtsstimmung - bei dem Wetter ist das ja auch schwierig. Dass hier die Sonne scheint und man im Meer schwimmen kann, finde ich geil! Klar, ich habe auch Heimweh nach Deutschland. Ich bin in Deutschland geboren und habe 40 Jahre dort gewohnt. Die Erinnerung an die verschneiten Tage am warmen Ofen und die weihnachtliche Atmosphäre bleiben. Das Wichtigste für mich ist, dass mein Sohn es auch so schön hat. Deshalb feiern wir Weihnachten immer ganz traditionell deutsch.

Die Wohnung schmücke ich schon vorher mit kleinen Lichtern und Weihnachtsmännern. Einen Weihnachtsbaum aus Plastik haben wir auch. Aber nur einen kleinen, wegen der Katzen. Dieses Jahr gehen wir am 24. sogar in die Kirche. Ich bin schon gespannt, weil ich die Christmesse nur aus Deutschland kenne. Danach kochen wir was Leckeres und wir verbringen den Abend mit Essen, Trinken und Quasseln." - Tatjana

 

"Traditionell gehe ich an Weihnachten immer mit meinem Bruder surfen. Wir haben eigentlich immer Glück, dass Ende Dezember nochmal gute Wellen kommen. Wir sind hier auf der Insel aufgewachsen.

Ich komme aus einer deutsch-englischen Familie. Deshalb feiern wir ein Jahr nach deutscher Tradition und ein Jahr nach englischer. Dieses Jahr kommen meine zwei Brüder aus England zu Besuch und wir feiern zusammen mit unserer Mutter und in großer Gemeinschaft mit Freunden von uns allen. Am 24. Dezember machen wir ein großes Abendessen. Ich habe mir überlegt ein Hähnchen im Ofen zumachen, gefüllt mit Kräutern, Zitrone und Butter. Dazu gibt es Gravy, Ofenkartoffeln und Yorkshire Pudding. Das ist ein Pfannkuchenteig, den man in einer Muffinform backt. Und als Nachtisch wahrscheinlich weißes Schokoladenparfait mit Beeren.

Dieses Jahr gibt es die Bescherung nach dem Aufstehen am 25. Dezember nach englischer Tradition. Und danach wird den ganzen Tag nur gegessen. Wir haben auch immer einen Weihnachtsbaum aber das sind immer alles andere als Tannenbäume. Wir nehmen einfach das was gerade so herumsteht und dekorieren es mit ein paar Kugeln und Sternen." - Adrian

 

"Für uns ist es das erste Mal, dass wir Weihnachten nicht mit unseren Familien verbringen. Es wird bestimmt immer mal einen Moment geben in dem man traurig ist und darüber nachdenkt. Aber dadurch, dass wir uns alle so lieb gewonnen haben, ist das okay. Wir machen es uns zusammen schön.

So eine typische Weihnachtstradition bedeutet für uns alle etwas anderes. Deshalb machen wir am zweiten Weihnachtsfeiertag ein kulturelles Buffet. Jeder von uns kocht etwas aus seiner Familie. Wir haben polnisches, russisches und türkisches Essen und vielleicht machen wir auch noch etwas Deutsches mit Rotkohl. So kommt dann auch ein familiäres Gefühl auf.

An Heiligabend gehen wir richtig fett essen im Hard Rock Café. Danach wollen wir dann noch in eine Bar oder feiern gehen.  Das ist mal ein ganz anderes Weihnachten, aber das muss nicht unbedingt schlechter sein. Und nächstes Jahr sind wir ja alle wieder in Deutschland." - Natalie, Paulina und Tatjana

 

"Die Weihnachtszeit in Deutschland finde ich viel zu stressig und zu hektisch. Man hetzt von einem Termin zum nächsten und hat irgendwie gar keine Zeit mehr für sich selbst. Das ist einer der Gründe, warum ich Deutschland nicht so mag. Ich bin glücklich, dass ich es hier jetzt ruhiger habe. Unsere Familien haben wir in der Vorweihnachtszeit besucht. Da sind wir nach Deutschland geflogen und konnten ein bisschen Weihnachtsluft schnuppern. Wir haben Thüringer Rostbratwurst gegessen und Glühwein getrunken. Somit haben wir das Thema abgehakt.

Am 24. Dezember arbeiten meine Freundin und ich. Den Abend werden wir auf unserer Terrasse bei Sonnenuntergang und Meerblick genießen. Kochen wollen wir irgendetwas Mediterranes mit frischem Gemüse vom Markt, aber nichts typisch Deutsches. Mir selbst ist Weihnachten gar nicht so wichtig. Klar man macht es, weil man so aufgewachsen ist und es Gewohnheit ist. Eine spirituelle Verbindung habe ich aber nicht dazu. Das kommt eher von meiner Freundin. Sie hat ein bisschen dekoriert. Aber nicht so kitschig wie die Spanier das hier machen oder wie man es vom Weihnachtsmarkt in Deutschland kennt." - Udo

 

"Wir fliegen über Weihnachten und Silvester nach Hamburg. Denn dieses Weihnachtsgefühl fehlt mir hier tatsächlich. Letztes Jahr haben wir hier auf der Insel am Strand verbracht. Das war auch das erste Mal ohne meine Eltern. Und da habe ich Weihnachten schon ein bisschen vermisst. Christian versteht gar nicht warum wir dieses Jahr rüber fliegen, weil er gar keine Lust auf die Kälte hat.

In Hamburg haben wir schon seit langem die Tradition, dass wir mit unseren Freunden zum Weihnachtsschwimmen gehen. Das fängt morgens um sieben Uhr an und das ganze Schwimmbad ist nur mit Kerzen und den Lichtern im Pool beleuchtet. Es wird Weihnachtsmusik gespielt und an einer Ecke gibt es Lebkuchen und Kaffee. Wenn dann die Sonne aufgegangen ist gehen wir noch gemeinsam zum Frühstück. Darauf freuen wir uns jedes Jahr, weil es etwas ganz Besonderes ist. Abends feiern wir dann gemeinsam mit unseren Familien. Mein Vater macht vermutlich eine Ente und eine Gans gestopft mit Esskastanien. Gegessen wird um sechs Uhr und Bescherung gibt es um acht Uhr.

Die nächsten Weihnachten werden wir wahrscheinlich im Wechsel verbringen. Wir haben jetzt unsere eigene Wohnung und möchten dann auch mal zu uns einladen. Wir leben ja schließlich jetzt  hier, da muss man sich schon ein bisschen anpassen." - Lydia und Christian

- Marleen Heuer

 

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