Schwarze Strände im Norden von Teneriffa

Nach Teneriffa umziehen: Süden oder Norden?

Die Insel des ewigen Frühlings ist weit mehr als nur das. Teneriffa ist wie ein kleiner Kontinent, mit vielen verschiedenen Wetterzonen und stark unterschiedlicher Umgebung. Wenn es um das permanente Umsiedeln geht, stellt sich oft die wichtige Frage: Süden oder Norden? Wo ist es schöner, wärmer oder aufregender? Deshalb möchten wir einmal die Vor- und Nachteile beider Seiten aufzählen.

Erstmal werfen wir einen Blick auf die größte kanarische Insel. Süden und Norden sind jeweils lange Abschnitte, die dementsprechend mit ebenfalls langen Stränden locken. Begrenzt ist die Insel in der Mitte vom Vulkan Teide und dem großen Gebiet von Bergen und Tannen, die diesen umgeben. Im Osten befindet sich das immergrüne Anaga-Gebirge, mit wundervollen Wanderrouten und verschlafenen Bergdörfern. Im Westen ist das steinige, recht verlassene Teno-Gebirge, mit der abenteuerlichen Masca-Schlucht und der Vulkanlandschaft des Chinyeros. Bei dieser sieht der steinige Boden wie gerade erst abgekühlt aus.
Diese Gebiete sind beiderseits gut erreichbar. Wo also lohnt es sich am meisten, zu leben?

Zwischen Wüste und Neonlichtern -  Teneriffa Süd

Der Süden Teneriffas ist eine Art explodiertes Neubauprojekt. Erst ab den 80er Jahren hat sich der Tourismus in diese Himmelsrichtung verirrt, da vorher außer Wüste und Bergen nicht viel zu finden war. Nachdem dann Wasserleitungen verlegt wurden und der Bauboom losging, gab es kein Stopp mehr – Teneriffa’s Süden ist inzwischen ein Traumziel vieler, da er mit sonnigen Stränden, Partyzonen, schicken Hotels und einer Vielzahl von Aktivitäten lockt. Das Klima ist einer der größten Faktoren, der ihn berühmt macht. Im Winter werden es, selbst bei Stürmen und starkem Wind, selten weniger als 18 Grad und selbst zu Weihnachten und Neujahr sieht man etliche Strandgänger. Schon im Frühjahr kann es mit dem ersten „Calima“ (Wüstenwind aus der Sahara, der auf die Insel weht) über 30 Grad heiß werden. Im Sommer hält dies oft wochenlang an, doch die allgemeinen milderen Temperaturen der Kanaren führen auch im Süden zu keinem Anstieg über 36 Grad. Regnen tut es oft nur kurz und wenig und dies um die fünf Mal im Jahr.

Endlos lange Sandstrände

Die Form der Südküste ist weiterhin ein großer Aspekt – die Strände sind flach und lang, an vielen Teilen kann man stunden- und kilometerlang durch das Gemisch von Wüste und Strand laufen, das von Stadt zu Stadt führt. Auch Surfer sind hier gut bedient – in Costa Adeje und El Médano finden sich täglich gute Wellen, die durch das Klima alljährlich zum Reiten einladen.

Recht gerade ist auch die Autobahn – während sich im Norden auf den Hauptstraßen bereits Serpentinen mit erheblichen Höhenunterschieden finden, ist die Infrastruktur des Südens etwas entspannter. Mit den Schnellbussen wird die komplette Autobahn pro Strecke circa anderthalb Stunden abgefahren, ohne ein sehr abenteuerliches Rauf- und Runter.

Ausblick vom Montana Roja

Jobs im Tourismus-Bereich

In den großen Touristenzonen, gerade Costa Adeje und Los Cristianos, findet man um einiges schneller einen Job als in den Bergen oder kleineren Städten. Hotels und Restaurants suchen ganzjährig Promoter, Entertainer, Kellner und Hotelfachleute. Teilweise gibt es auch Jobs als Tauchlehrer, Verkäufer oder Fremdenführer. Der Wettbewerb ist natürlich groß – die Vorteile des Südens locken Menschen aller Nationalitäten auf der Insel, die sich dort ein Leben aufbauen möchten. Mehr über die Arbeit auf Teneriffa gibt es hier

Die Partyszene des Südens

Ein ganz großer Faktor ist natürlich nicht zu übersehen – la Fiesta. Der Süden ist bekannt für Partyzonen, Discos und etliche Bars, die bis früh in den morgen zum Tanzen und Trinken einladen. Danach wird in den Atlantik gehüpft und halbwegs getrocknet geht es mit dem Bus nach Hause. Neben den großen Gebäudekomplexen mit allerlei Clubs, die kostenlosen Eintritt bieten, gibt es eine große Anzahl an Bars und Diskotheken, die überwiegend von den Einheimischen besucht werden und mit Salsa-Rhythmen das Wochenende einläuten. Beliebt sind auch die sogenannten „Chiringuitos“ – Strandbars, die überall an der Küste verteilt sind. Dort wird Live-Musik mit dem Geräusch von Meeresrauschen und dem Geruch von frisch gemixten Mojitos unterstützt.

Ein bisschen trocken ist es schon

Die junge Architektur des Südens ist allerdings auch genau das – jung, und eindeutig eher praktisch als ansehnlich. Teure Hotels und Cafés sind oft kreativ gestaltet, doch außerhalb der Touristenzonen finden sich überwiegend viereckige, graue Gebäude in Industriezonen und Wohngebieten. Wenn man den Süden durchläuft, sieht es ungefähr so aus: Wüste, Haus, Kaktus, Ansammlung von Häusern mit einem einzigen Supermarkt, Wüste, Kaktus, Berg, Kaktus, Kleinstadt, die ausschließlich aus Autowerkstätten besteht (?) und… Kaktus. So viel zu gucken gibt es also nicht. Dafür kann man natürlich frei in der kargen Landschaft spazieren oder auf einen der vielen Berge klettern, welche die Küste überblicken. Ein bisschen weiter in die Berge hinein haben sich die Architekten mehr Mühe gegeben: dort sind kleine, spanische Villen, die mit Blumen umrankt sind und in die Ferne schauen. 

Natur, Kultur und schwarze Strände - Teneriffa Nord

Der Norden der Kanareninsel ist einige Jahre länger besiedelt, als sein südliches Gegenstück – das Gebiet der Stadt Puerto de la Cruz wurde schon im 16. Jahrhundert von Fischerleuten genutzt. Mit steigender Besiedlung und den Anfängen des Tourismus wurde der Norden immer größer und war lange vor dem Süden, seit dem Anfang des 19. Jahrhunderts, ein beliebtes Reiseziel. Viele Altstädte stecken voller Geschichte und historischer Architektur – La Orotava, Garachico, Icod de los Vinos und viele weitere bunte Städtchen erzählen einiges über die Besiedlungs- und Eroberungsgeschichte der Insel.
1799, vor seinem Aufbruch nach Südamerika, war auch Humboldt ein Tourist im Norden! Der Sage nach soll er beim Anblick des Orotava-Tals das Weinen angefangen haben, da er es so schön fand. In seiner Erinnerung wurde eine Gedenktafel an einem Aussichtspunkt (genannt Mirador de Humboldt) errichtet, die seine Worte (aus dem Spanischen übersetzt) wiedergibt:

„Ich habe im heißen Erdgürtel Landschaften gesehen, wo die Natur großartiger ist, reicher in der Entwicklung organischer Formen. Aber nachdem ich die Ufer des Orinoko, die Cordilleren von Peru und die schönen Täler Mexikos durchwandert, muß ich gestehen, nirgends ein so mannigfaches so anziehendes, durch die Verteilung von Grün und Felsmassen so harmonisches Gemälde vor mir gehabt zu haben... Ich kann diesen Anblick nur mit den Golfen von Genua und Neapel vergleichen, aber das Orotava-Tal übertrifft sie bei weitem durch seine Ausmaße und die Reichhaltigkeit seiner Vegetation.“

Puerto de la Cruz

Der lebendige Stadtkern von Puerto de la Cruz

Es ist also recht bekannt, dass der bunte Norden mit seiner Vielfalt an Pflanzen lockt, wie auch mit etlichen wundervollen Aussichtspunkten und seinen kulturell wertvollen Städten. Puerto de la Cruz wird als nördliche Hauptstadt bezeichnet. Hier findet sich ein kleiner Tegel aus Nationalitäten, der vom Tourismus wie auch von Einwanderern bestimmt wird. Die meisten Jobmöglichkeiten (vor allem nicht-spanisch-sprachige) finden sich in der großen Küstenstadt. Über Hotels, zu Bars und Restaurants und zum weltbekannten Loro-Park ist hier alles zu finden, was mit Entertainment zu tun hat. Neben Diskotheken gibt es hier viele Möglichkeiten, um Bar-Hopping-Tours zu organisieren und mit Touristen wie auch Anwohnern ins Gespräch zu kommen. In anderen Städten des Nordens, die jeweils deutlich beschaulicher und weniger touristisch sind, ist dies jedoch nicht der Fall.

Viele Deutsche wandern in den Norden aus

Neben einer Vielfalt an Jobs in der großen Stadt sind die Mieten auch etwas günstiger als in den Hauptstädten des Südens, vor allem, wenn man oberhalb der Autobahn in Bergnähe sucht. Der Eigentumsmarkt der Insel boomt ebenfalls. Dies, kombiniert mit der beeindruckenden Landschaft des Nordens und dem deutlich milderen Klima, welches durch den Nordost-Passat-Wind garantiert wird, lockt gerade deutsche Aussiedler an. Der Sommer wird nicht zu heiß und mehr Regentage ermöglichen die üppige Vegetation der vulkanischen Inselhälfte. Gerade Senioren lassen sich zur Rente im Norden nieder und genießen die perfekte Temperatur der Kanareninsel. Personal in Hotels und Restaurants ist oft deutschsprachig. Das kann Fluch und Segen sein – einerseits findet man nach dem Auswandern schnellen Anschluss an die deutsche Community, andererseits möchte man gerade das eventuell vermeiden, wenn man der Bundesrepublik erst einmal den Rücken gekehrt hat.

Die einzigartige kanarische Küche 

Abstand zur deutschen Kultur im Norden ist generell schon möglich, wenn man sich ein bisschen von den beliebten Touristenzonen entfernt. In Bergdörfchen und Wandergebieten trifft man auf die freundlichen Einheimischen, sowie auch auf ihre Kochkünste. Gerade im Norden sind viele „Guachinches“ verteilt. Diese traditionellen kanarischen Restaurants sind Anlaufstelle für Canarios und servieren klassische Speisen in großen Portionen. Das Ganze funktioniert wie folgt: man sammelt alle seine Freunde oder Familienmitglieder ein, wandert in eine traditionelle Guachinche und bestellt sich alles von der (oft nur mündlich existierenden) Karte, was sich lecker anhört. Das Beherrschen der spanischen Sprache ist dafür stark von Vorteil. Die Gerichte werden nach und nach serviert, damit gerade noch Platz für Teller und Gläser auf dem Tisch bleibt und alle teilen sich das Essen. In vielen Guachinchen gibt es auch Wasser und Softdrinks, der Tradition nach wird eigentlich nur Wein serviert. Zu Essen gibt es typische kanarische Tapas, zum Beispiel Runzelkartoffeln mit hausgemachter Mojosauce, panierte Champignons, Linseneintopf, gegrillter Ziegenkäse und verschieden Fleisch- und Fischgerichte. Der Name dieser speziellen Restaurants rührt übrigens von den Ureinwohnern der Inseln – den Guanchen.

Spannende Ausflüge im grünen Norden

Neben den kulinarischen Überraschungen, die man ohne großen Aufwand finden kann, ist der Norden auch ein richtiges Wanderparadies. Von nebeligen Kiefernwäldern über versteckte Zeltplätze bis zu aufregenden Canyoning-Touren gibt es viele naturbasierte Aktivitäten, die mit der grünen Umgebung harmonieren. Neben etlichen Wanderungen, die von allerlei Starpunkten losgehen, kann man sich seinen Adrenalinkick im Forestal-Park holen – auf riesigen Bäumen kann man dort in 30 Meter Höhe balancieren und  sich per Zipline zum nächsten Baum schwingen. Küstenwärts an den schwarzen Stränden kommt der Spaß ebenfalls nicht zu kurz – die Wellen sich oft höher als im Süden. Mit einem Bodyboard bewaffnet wird dies zum feuchtfröhlichen Vergnügen.

Eine Insel voller Möglichkeiten

Aktivitätenbedingt hat jede Seite der Insel unglaublich viel zu bieten: Wandern, Kamele reiten, Kanu fahren… Der größte Entscheidungsfaktor, ob es nun der Süden oder der Norden ist, sollten die jeweiligen Jobmöglichkeiten sein.
Unsere Firma Can Do hat einen Sitz sowohl im Süden (San Miguel de Abona nahe Los Cristianos) wie auch im Norden (direkt bei Puerto de la Cruz). Die beiden Orte liegen sich fast direkt gegenüber. Also, Norden oder Süden? Bewirb dich bei Can Do und du hast freie Auswahl!

 

-Isabelle Wiermann

Comments

Hallo! Wie schön das Alles hier zu lesen. Ich habe Ihre Bewerbung in Siam Mall schon mehrmals gesehen. Das sieht ganz attraktiv aus. Leider bin ich nicht deutschsprachig (genug). Sollten Sie in der Zukunft auch Niederländer suchen, dann schreibe ich mal wieder.

Hi Terry! Wir haben auch ein paar deutschsprachige Niederländer bei uns, du wärst also gar nicht so allein :)

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